Schneider kehrt zurück – Elektrobefischung liefert erfreuliche Ergebnisse im Döllbach

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön gibt es Grund zur Freude: Bei einer aktuellen Elektrobefischung im Döllbach konnte der seltene Fisch Schneider erfolgreich nachgewiesen werden.

Die Untersuchung fand Anfang Juni in mehreren Abschnitten des Bachs statt und ist Teil eines gezielten Artenschutzprojekts.

Insgesamt wurden in einem rund 120 Meter langen Bachabschnitt zehn Schneider nachgewiesen – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Art im Gewässer wieder etabliert hat.

Der Schneider gilt als empfindlich gegenüber Veränderungen und ist auf saubere, strukturreiche Fließgewässer angewiesen. Sein Vorkommen ist daher ein wichtiger Hinweis auf eine gute ökologische Qualität.

Neben dem Schneider konnten bei der Befischung auch zahlreiche weitere Fischarten festgestellt werden. Besonders häufig waren Elritzen (477 Tiere), Gründlinge (154 Tiere) und Bachschmerlen (131 Tiere).

Auch typische Bewohner naturnaher Bäche wie die Groppe (63 Tiere) und Bachforellen (15 Tiere) wurden nachgewiesen. In den untersuchten Abschnitten zeigen viele dieser Arten stabile, sich selbst reproduzierende Bestände.

Die Ergebnisse aus weiteren Abschnitten des Döllbachs bestätigen dieses positive Bild: Auch dort wurden artenreiche Fischgemeinschaften mit reproduzierenden Beständen dokumentiert.

Insgesamt wurden je nach Abschnitt zwischen 7 und 9 Fischarten sowie zusätzlich einzelne Edelkrebse festgestellt.

„Der Nachweis des Schneiders ist ein großer Erfolg für unsere Naturschutzarbeit“, betont Joachim Walter, der als Ranger im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön aktiv ist. „Er zeigt, dass sich unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur auszahlen.“

Was ist Elektrobefischung?

Bei der Elektrobefischung wird mit schwachem elektrischem Strom gearbeitet, der Fische kurzzeitig betäubt.

So können sie schonend gefangen, bestimmt und vermessen werden – bevor sie wieder unversehrt ins Wasser zurückgesetzt werden. Für Mensch und Tier ist dieses Verfahren bei fachgerechter Anwendung ungefährlich.

Als Teil des Einzugsgebiets von Fliede, Fulda und Weser ist der Döllbach ein typischer Bach der Rhön – klar, strukturreich und voller Leben. Genau solche Gewässer brauchen Arten wie der Schneider.

Die aktuellen Ergebnisse machen deutlich: Wo Bäche naturnah bleiben oder wiederentwickelt werden, kehren auch seltene Arten zurück.